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Konzepte

Seit auch die Politik das große Bildungspotential von Kindern im Kindergartenalter erkannt hat wie auch die Notwendigkeit, dieses unabdingbar so weit wie möglich zu fördern und zu nutzen, werden Kinderbetreuungseinrichtungen jeglicher Art geradezu mit Aufgaben überschüttet.
Dies als Zugabe zu den bereits bestehenden Vorgaben in gesetzlichen Vorschriften, Verordnungen, Richtlinien, Leistungsbeschreibungen, Bundesländerübergreifender BildungsRahmenPlan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich, u.s.w.
Und dazwischen (hoffentlich nicht an den Rand des Geschehens gedrängt) steht das in einer wichtigen Entwicklungsphase befindliche Kind mit eigenen Hoffnungen, Wünschen und Bedürfnissen, die unter dem Ballast von Erwartungen und Anforderungen zu ersticken drohen.
Und richten sollen das alles die in den angesprochenen Bildungseinrichtungen tätigen Berufsgruppen, die dank guter, jahrelanger Ausbildung auch eigene Vorstellungen von kindgerechter Bildungsarbeit mitbringen.
Dies alles für unsere Einrichtung unter einen Hut zu bringen, ohne die bestehenden Vorgaben zu vernachlässigen und die noch verbleibenden Freiräume zu nutzen, widerspiegelt sich im folgenden Rahmenkonzept:

 

Sprachliche Angebote

Neben dem Rollenspielangebot in den verschiedenen Spielbereichen, haben die Kinder immer wieder Gelegenheit, freie oder gezielte Rollenspiele wahrzunehmen, die auch mit unserem großzügigen Angebot an Kostümen unterstützt werden.
In unserem Haus werden auch regelmäßig von den PädagogInnen und Betreuerinnen Kasperltheater und Figurenspiele aufgeführt, obwohl auch immer wieder Stücke mit den Kindern erarbeitet und aufgeführt werden, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Zu jedem Themenkreis, (Feste, Jahreszeiten, Geschichten, Aktuelles, Projekte) versuchen wir, Liedgut und Sprüche für unsere Kinder gezielt auszuwählen. Dabei ist uns wichtig, traditionelles, internationales und inhaltlich gutes Material auszuwählen. Natürlich wird auch auf den jeweiligen Entwicklungsstand und die Vorlieben der Kinder großer Wert gelegt.
Einmal in der Woche treffen sich alle Kinder im Turnsaal zu einem großen Sitzkreis, singen miteinander, tanzen, oder spielen sich gegenseitig kleine Theaterstücke vor.
In den jeweiligen Gruppen wird natürlich auch gerne gesungen, getanzt und die Sprüche wiederholt.
Zum jeweiligen Themenkreis vervielfältigen wir den Eltern die Literatur, damit sie auch zu Hause mit ihren Kindern mithalten können.

Einmal pro Woche gibt es eine, speziell auf das Alter der jeweiligen Gruppe abgestimmte Englischeinheit, die Lieder, Gedichte, kurze Geschichten und Spiele im Kreis, im Turnsaal oder im Garten beinhaltet. Während dieser Einheit wird fast ausschließlich Englisch gesprochen, was das bewusste Zuhören zum Ziel hat. Die Einheiten sind immer Themenbereichen zugeordnet, die entweder im Jahreskreis vorkommen oder eine Gruppe bestimmter zusammengehörender Vokabeln beinhalten.

Junge Kinder sind besonders aufnahmefähig und offen für Sprachen, weil sie noch in der Spracherwerbsphase sind. Durch spielerische, altersspezifische und wertfreie Vermittlung der englischen Sprache wird in den Kindern schon früh eine positive Einstellung zu fremden Sprachen und die Bereitschaft zur Erlernung dieser geweckt. Durch die englische Kommunikation ohne Leistungsdruck entwickelt sich ein Gefühl für die Sprache in den Kindern und das daraus gewonnene Selbstvertrauen begünstigt das spätere Weiter- bzw. Erlernen von Fremdsprachen in der Schullaufbahn. Zugleich kommt es zur Begegnung mit einer anderen Kultur, die das Weltbild der Kinder erweitert und sie neugierig auf andere Kulturen macht.

Gezielte Beschäftigung

Wir sehen unsere Einrichtung als Bildungsinstitution und nicht als Aufbewahrungsanstalt. Um ihre Kinder bestmöglich auf die Schule und das weitere Leben vorzubereiten, bieten wir daher zahlreiche Lernspiele und Lernangebote für Kinder im Vorschulalter an. Sie lernen spielerisch, haben Spaß an den gestellten „Aufgaben“ und lernen, mit Herausforderungen umzugehen und diese zu bewältigen.

Um den Kindern verschiedene Vorgängen der Natur, Technik, Physik und Chemie näher zu bringen bzw. ihr Interesse zu wecken, bieten wir interessierten Kindern jeden Montag im Rahmen der morgendlichen Freispielzeit verschiedene Experimente an. In diesen kindgerecht erklärten Versuchen können Kinder selbst experimentieren und neue Erfahrungen sammeln. Die Experimente werden je nach Jahreszeit, aktuellen Themen oder speziellen Wünschen der Kinder gestaltet. Die meisten Versuche sind so angelegt, dass sie jederzeit zuhause mit einfachen Mitteln nachvollzogen werden können.

 

Im November beginnen wir mit der Schmetterlingsgruppe mit dem Flöte spielen.
Dazu verwenden wir spezielle Kindergartenflöten (Tonumfang G1 – E2) und eigenes Notenmaterial, welches wir in vielen Jahren erarbeitet und erprobt haben.

Warum beginnen wir schon im Kindergarten mit dem Flöte spielen?
Wir konnten beobachten, dass beim Spielen mit den Flöten so viele Lernziele, die in der Kindergartenarbeit erreicht werden sollten, sich mit dem Spielen decken.

Ziele:
Schulung der Auge-Handkoordination,
Verbesserung der Feinmotorik,
Freude am gemeinsamen Musizieren,
Erlernen von sozialen Regeln (warten können, stolz vorspielen, gemeinsam beginnen und enden….),
Übungen der Mundmotorik, der akustischen Wahrnehmung und Differenzierung sowie der visuellen Wahrnehmung (fixieren…..),
Eigenverantwortung tragen
usw.

Die Kinder gestalten im Herbst ihre eigenen Flötentaschen und Mappen sehr individuell und sind nun selbst dafür verantwortlich.
Durch regelmäßiges Üben (wird im Tages- bzw. Wochenplan fixiert) erlernen die Kinder neue Noten oder Notenwerte dazu und können bei verschiedenen Feiern wie Advent, Nikolaus, Weihnachten, Sommerfest, Laternenfest…, ihr Können präsentieren. Besonders eifrige und interessierte Kinder können dann schon auf die C-Flöte umsteigen, um auf umfangreichere Flötenliteratur zugreifen zu können.

Oft Jahre später kommen Eltern ehemaliger Kindergartenkinder zu uns und bedanken sich für diesen Anstoß zur Musikalität, den sie selbst nicht hätten wecken können und dass das Kind inzwischen bereits ein weiteres Instrument spielt.

In unserem Haus liegen variationsreiche, altersspezifische Brettspiele für die Kinder immer bereit, die auch von den PädagogInnen und Betreuerinnen gezielt für das Erlernen von Reihenfolgen, Farben, Zahlen und sozialem Verhalten eingesetzt werden, ohne den Spaß daran zu verlieren.

Im oberen Stock des Kindergartens ist eine große Bauecke eingerichtet, die den Kindern täglich zur Verfügung steht. Neben den üblichen Holzbausteinen werden immer wieder auch Kaplahölzer und andere Materialien angeboten, um den Kindern ein noch vielseitigeres Bauen und Bespielen der selbst geschaffenen Werke zu ermöglichen.
Neben dem Bauangebot sind alle Gruppenräume mit verschiedenen Konstruktionsmaterialien für das Konstruieren am Tisch oder Teppich ( je nach Größe) ausgestattet, die je nach Interesse der Kinder wechseln.

Wir bieten den Kindern im Haus und im Freien regelmäßig Möglichkeit zur kreativen Betätigung, passend zu den jeweiligen Schwerpunkten und Themen im Jahr an. Hierzu stehen uns auch eine eigens für Kinder eingerichtete Werkstatt im Haus und ein eigener, überdachter Werkbereich im Freien zur Verfügung.
Wir legen Wert auf eigenständiges, individuelles Gestalten, wo sowohl der Entstehungsprozess als auch das Produkt im Vordergrund steht. Es werden verschiedenste Materialen verwendet, damit die Kinder möglichst viele Erfahrungen sammeln können.

Neben dem großen Sandspielareal mit tonhältigem Sand im Garten, verfügen wir auch im Innenbereich über drei verschieden einsetzbare Sandspielmöglichkeiten. In unserem Team verfügen wir über 2 ausgebildete SandspieltherapeutInnen, weshalb auch Einzelfalltherapien möglich sind. Im Allgemeinen aber dürfen sich die Kinder am größeren dieser Sandspielkästen in Kleingruppen frei austoben. Das geschulte Therapeutenauge erkennt trotzdem, inwieweit dabei Projektionen und Problembewältigung mitspielen und wann gruppendynamische Prozesse ablaufen.
Am Sandkasten hat bisher noch kein Kind das Spiel verweigert.

Hintergrundwissen:
Das Sandspiel als nonverbale Therapieform wurde von der Schweizer Therapeutin Dora M. Kalff (1904-1990) begründet.
Hildegard Steingruber, die langjährige Leiterin unseres Kindergartens, war nach ihrer heilpädagogischen Ausbildung an der Universität Zürich während ihrer Lehranalyse nach C.G. Jung Hospitantin bei Frau Kalff, weshalb der Tisch-Sandkasten im Kindergarten von Beginn an fester Bestandteil der Innenausstattung war, ohne in jedem Kind einen Therapiefall zu sehen.
Sohn Peter Steingruber; MSc., ist inzwischen ebenfalls ausgebildeter Sandspieltherapeut nach Kalff, womit für Kontinuität gesorgt ist.

 

Die gemeinsame Jause ist uns sehr wichtig. Indem unsere Kinder zur gleichen Zeit jausnen, entsteht eine Ruhephase im Tagesablauf, die Platz für Gespräche und Austausch miteinander bietet. Wir legen Wert auf eine gesunde Jause und die Kinder trinken Wasser. – In unseren Leitungen fließt belebtes GRANDER® Wasser. Auch die Geburtstagsfeiern finden bei selbst mitgebrachten Köstlichkeiten im Rahmen der Jause statt.

Dieser Beitrag ist in Vorbereitung

Der Bewegung wird in unserem Kindergarten viel Raum und Zeit gegeben. In unserem großen Turnsaal können die Kinder ihre Fähigkeiten erproben, Fertigkeiten erlernen und täglich üben, besonders Bewegungen, die für sie und ihre Entwicklung wichtige Erfahrungen ermöglichen.
Dazu turnen wir mit verschiedenen Materialien (Kleingeräten) und bauen Bewegungslandschaften auf.
Die „tägliche Turnstunde“ ist bei uns seit je her fixer Programmpunkt.

Das Angebot von Yoga wird von den Kindern so begeistert angenommen, dass wir es schon seit Jahren regelmäßig praktizieren.
Bei diesem Angebot können die Kinder ihre Fortschritte selbst sehr gut beobachten und somit wird die Freude, die sie an Ihren eigenen Leistungen erkennen, erfahrbar gemacht.

In unserem Kindergarten bieten wir regelmäßig rhythmisch musikalische Erziehung in altersgemäßen Teilgruppen an. Wir erarbeiten mit Rhythmusinstrumenten, Orffinstrumenten und Rhythmikmaterialien Lieder, Sprüche und Tänze.

Ziele:

  •  Erarbeiten von Gegensätzen (laut-leise; hoch-tief; langsam-schnell; lang-kurz; auf-unter…)
  • Erarbeiten von sozialen Prozessen (alleine, miteinander, zu zweit..)
  • Erlernen von rhythmischen Sprüchen
  • Erlernen von Tänzen aus verschiedenen Ländern und Kulturen
  • Kennenlernen und experimentieren mit verschiedenen Instrumenten
  • Verbesserung und Sensibilisierung der akustischen Wahrnehmung
  • Integrieren der Kinder mit besonderen Bedürfnissen
  • Rhythmik mit autistischen Kindern
  • Zeit zum Experimentieren haben
  • Freude am rhythmischen Bewegen mit Musik haben.
  • Vorbereiten zum Flöte spielen

Hintergrundwissen:
Als Begründer der musikalisch-rhythmischen Erziehung gilt der Schweizer Émile Jaques-Dalcroze (1865-1950). Seine Schülerin Marie Elisabeth Scheiblauer (1891-1968) hat darauf aufbauend die heilpädagogische Rhythmik konzipiert.
Frau Hildegard Steingruber, die langjährige Leiterin unseres Kindergartens, ist Scheiblauer-Schülerin, weshalb ihr die Einbindung dieser Erfahrung in die Kindergartenarbeit immer ein besonderes Anliegen war und ist.
Bei Überarbeitungen dieser Homepage werden wir weiter darauf eingehen und dieses Thema vertiefen.

 

Dieses System haben wir viele Jahre hindurch erprobt und sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Es besteht darin, dass die einzelnen Gruppen nicht das ganze Jahr über im selben Gruppenraum verbringen, sondern nach vorbereitender Absprache im Team nach einem gewissen Zeitraum den Gruppenraum wechseln, wobei 2 Personen des 3-köpfigen Betreuungsteams mit der Gruppe mitgehen, und eine Person im Gruppenraum verbleibt und Teil des Betreuungsteams der nachrückenden Gruppe wird.

Für die Kinder hat das den Vorteil, dass sie das gesamte Spiel- und Lernangebot im Haus in die Hände bekommen und dass sie von den besonderen Stärken jedes Teammitgliedes profitieren. Und für die Mitarbeiterinnen hat es den Vorteil, immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert zu werden und jedes Kind im Kindergarten kennen zu lernen.

Morgens von 07:00 Uhr bis 09:00 Uhr haben die Kinder die Möglichkeit, sich Spiel und Raum im „offenen Haus“ selbst zu wählen. Zur Verfügung stehen der Turnsaal, alle Gruppenräume und das Atelier.
Zusätzlich können die Kinder spezielle Angebote wahrnehmen (z.B.: jahres- bzw. themenbezogene Aktivitäten oder Experimente)
Mittags können die Kinder unseren großen Garten nutzen oder bei Schlechtwetter im Turnsaal spielen.

Als jener Kindergarten, der zumindest in der Steiermark als erster überhaupt behinderte Kinder aufgenommen hat, in einer Zeit als diese noch in sog. „Sonderkindergärten“ unterzubringen waren und Heilpädagogische Kindergärten noch gar nicht existierten, haben wir natürlich auch alle Bestrebungen einer neuen Begriffsfindung mit erlebt: von behinderten Kindern über Kinder mit besonderen Bedürfnissen und von Integration hin zu Inclusion. → Literaturhinweis: Der Behindertenbegriff im österreichischen Recht
Inclusion versuchen wir in unserem Kindergarten so zu leben, dass jedes Kind möglichst optimale Bedingungen für seine Entwicklung vorfinden kann. Deswegen bemüht sich ein Team von Pädagogen, Betreuern und Therapeuten, individuelle Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen, darauf zu reagieren und ein Umfeld zu schaffen, in dem ein gelungenes Miteinander möglich ist. Daher richten sich die bisher genannten wie auch die nachfolgend erwähnten Angebote an alle Kinder unseres Kindergartens gleichermaßen.

Zusatzprogramme

„Sichere Ausbildung für Eltern“ ist ein Konzept, welches die Bindungssicherheit zwischen Kindern und deren Eltern fördern und stärken soll. Ursprünglich wurde dieses „Elternbildungskonzept“ von Herrn Dr. K.H. Brisch vom Hauner´schen Kinderspital, München, entwickelt. Nach wie vor sind laut der geltenden Lehre viele Kinder nicht sicher an einen Elternteil gebunden. Nähere Informationen finden Sie unter der Homepage http://www.safe-programm.de/ .

Um in Institutionen einem Bindungskonzept möglichst entsprechen zu können, ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Elternhaus unabdingbar (→ Elternzusammenarbeit). Der erste Schritt zur „bindungssicheren Eingewöhnung“ findet bei uns durch besonders lange Eingewöhnungszeiten statt, diese bitten wir dringendst auch zu nutzen.

Babywatching ist ein Präventionsprojekt zur Förderung der Empathie und gegen Aggression und Ängstlichkeit (http://www.base-babywatching.de/). Die Ursprünge des Konzeptes gehen auf den Amerikaner Henry Parens zurück, weiter entwickelt wurde es vom deutschen Kinderfacharzt Dr. K.H. Brisch.

Seit 2009 führen wir beide Projekte als Teil der „Erprobung neuer Konzepte“ in unserem Hause durch und begleiten auch andere Institutionen dabei, diese Programme umzusetzen.